Die Anfahrt, nicht spannend, richtiger währe „langweilig“, aber es geht wohl nicht anders.
Bexbach über B10, Landau, Karlsruhen, Stuttgart, Ulm, Kempten und Füssen.
Jetzt wird es langsam interessant,bei Reute runter von der B179, in Richtung Hantenjoch.
Dem Lech folgend, über die B198,geht es durch ein weites Tal mit herrlicher Aussicht.
Zwischen Stanzach und der Abfahrt zum Hantenjoch hatte die Sache jedoch ein jähes Ende.
Ein „lieber Herr Wachtelmeister“ teilte mir mit, die Strasse ist gesperrt, ich solle zurückfahren!! Ok.
Wieder zurück in Stanzach sah ich das Schild „Namlos“ , da war ich schon mal. BMW Bikertreffen Garmisch, die Ausfahrt der Tourenfahrer. Nehme ich. Durch eine schöne ruhige Landschaft mit offener Weidehaltung, Gitterroste für die Kühe und Schilder für die Wanderer geht es über den Kelmer Sattel rüber nach Berwang. Anschließend folgt das Elend über den Fernpaß, den ich mir eigentlich ersparen wollte.
Nassereith, Imst und ab in das Pitztal. Ein kurzer Blick auf den Hochzeiger, unser Skigebiet im Januar. In Wenns biege ich ab zum Pillerjoch, die direkte Verbindung vom Pitztal zum Kaunertal bzw. alles in Richtung Rechenpass oder Italien.
Das Pillerjoch hat den Charme eines geteerten Feldweges, mitten durch den Wald. Das gewohnte Bild, Kühe und Wanderer. Auf dem Pillerjoch angekommen muß man sich entscheiden, entweder in das Kaunertal oder auf den Highway Richtung Rechenpass.
Kaunertal, eine mautpflichtige Strecke hoch auf den Gletscher. Die Strecke: Dem See entlangeine ziemlich holprige, enge Angelegenheit mit jeder Menge an Kühen. Die haben wirklich alles radikal zugeschissen. Diese Viecher sind es gewohnt, von Motorrad bzw. Autofahrern bedrängt zu werden, dementsprechend gelassen sind sie. Hoch zum Gletscher, eine gut ausgebaute Strecke mit schönen Kurven. Oben aufdem Gletscherparkplatz, auf 2750m, begreift man, was man für 10€ Maut alles bekommt. Eine geile Strecke, Super panorama und tolle Aussichten. Ein bisschen deprimierend, die Auswirkungen des Klimawandels.
Bei meinem letzten Besuch, vor 15 Jahren, reichte der Gletscher noch bis an den Parkplatz.
Jetzt wird es Zeit sich auf den Weg nach Pfunds zu machen, also wieder runter, Kurven Kühe, das ganze Programm. In Pfunds habe ich mir das Hotel Post ausgesucht, Bikerfreundlich. Mit Garage, Serviceplatz, Druckluft, Werkzeug, eben alles was man hoffentlich nicht braucht.
Der zweite Tag, es geht zuerst vorbei am Rechensee, wo der Kirchturm noch rausschaut, Richtung Oberitalien. Durchs Vinschgau bis nach Spondigna , rechts ab, Richtung „Strada Statale dello Stelvio“. Die Anfahrt zum Stilfserjoch beschert einem 48 Kehren. Die ersten 20 Kehren sind noch in einem bewaldeten Gebiet. Zwischendurch beschleicht einem der Gedanke, ob es Motorräder gibt, die in der Mitte ein „Klappscharnier“ haben. Könnte man hier ab und an brauchen. Sehr enge und steile Kehren und jede Menge Radfahrer.
Je weiter man nach oben kommt, stellt sich dann auch eine bescheiden Harmonie der Kehren ein. Die letzten 15 Kehren sind gut zu fahren, in einer Gerölllandschaft wo nichts mehr wächst. Oben auf 2760m mit Blick auf die Ortler-Gruppe, das Tibethaus und einige Souvenierläden hat man sich dann eine Pause verdient.
Nun steht man vor der Frage, gleich den Umbralilpass oder zuerst die Westrampe Richtung Bormio. Ich fahr mal Bormio, da war ich noch nicht. Die Westseite lässt sich wunderschön fahren, besser als die Ostseite. Wieder rauf auf das Stilfserjoch, runter über den Umbralipass nach St. Maria val Müstair.
Im oberen Bereich ist nur eine Schotterstrasse vorhanden, Weidehaltung ist klar, nach unten wird das ein kleines Sträßchen. Ok.
St. Maria, ein Dörfchen mit einer ganz engen Ortsdurchfahrt und uralter Bausubstanz, liegt an der Strasse 28 Richtung Ofenpass. Die Zufahrt zum Ofenpass ist breit, es ist wohl eine der Hauptverbindungsstrassen für St. Moritz, Davos, Lugano etc. und natürlich zum„Schweizer Nationalpark“ .
In Zernez geht es rechts und nach ein paar Kilometern links zum Flüelapass 2383m. Dieser Pass wird das ganze Jahr offen gehalten, er ist die Verbindung zu Davos. Dementsprechend gut ausgebaut ist er. Breit mit flotten Kehren.
Angekommen in Davos Dorf, gibt es eine Pause, mit der Frage „Albulapass oder Julierpass“.
Weiter nach Tiefencastelund Julierpass nach St. Moritz. Dieses „Dörfchen“ nett, Yachthafen in den Alpen, Hubschrauber in der Luft wie Mücken im Kuhstall, ja das ist St. Moritz. Man hätte es auch gemerkt, an den vielen kleinen Sportwägen, den Porsches und Ferraris.
Vorbei am Flugplatz von St. Moritz über die 27/28 nach Susch. Dort wurde ich während des fahren´s „richtig geduscht“, ok es gehört dazu, müsste aber nicht sein.
Über Ssuol ab in das Hotel, warm duschen, essen. Kurz vor Pfunds habe ich leider die Grenzstationder Österreicher übersehen, tut mir leid, kommt nicht wieder vor.Aber bei diesem „Pisswetter“ wollte der Grenzer nicht auf der Straße stehen und hatte es sich in seinem Häuschen gemütlich gemacht. Ich hab keinen gesehen und ab durch die Mitte. Im letzten Moment sehe ich, da sitzt ja einer und wedelt. Pech..., Duschen, Essen und Telefonierenwar jetzt angesagt.
Der letzte Tag, ist man schon mal in Pfunds, sollte man noch mal schnell nach Samnaun fahren. Tanken im „Zollfreien Gebiet“ der Schweiz. Es wird kontrolliert auf der Schweizer Seite, nach kleinen Mitbringseln „Rolex Uhren“ etc. Kein Problem. Unten in Tal auf der B180 kann man gemütlich fahren bis Landeck. Ich hab noch einen kleinen Abstecher nach Serfaus gemacht, ein schöner Ort. Kurz von Landeck, in Fließ, rechts ab wieder zum Pillerjoch.
Hier ist die Gefahr sehr groß, aus Versehen die Autobahn zu nehmen. Die Ösi-Wachtelmeister schauen da ganz genau.
Über das Pillerjoch, Pitztal, Imst zum Hantenjoch. Jetzt klappts, ein Superwetter, was will man mehr. Das Hantenjoch immer wieder gerne genommen, nicht spektakulär, aber schön zu fahren.
Der Rest ist schnell erzählt, Stanzach, Reute, Füssen, …. 17:00Uhr Bexbach ausladen.
Es waren 3 Tage, mit knapp 2000 Km. Jetzt kann der Herbst kommen, die arme Bikerseele ist beruhigt.
Letzte Aktualisierung ( Freitag, 02 Oktober 2009 )